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BV 206 Hägglund
Dan Löffler Dieses Fahrzeug ist die erste Wahl, wenn man Soldaten und ihre Ausrüstung geschützt in Gebirgen und arktischen Gefilden transportieren will. Wegen seiner Flexibilität und dem geringen Bodendruck eignet er sich aber auch hervorragend für den Einsatz in Wüsten und Sumpfgebieten. Nahezu 40 Armeen setzen den BV 206 deswegen in verschiedenen Versionen erfolgreich ein.
Entwickelt wurde der BV 206 seit 1974 von der schwedischen Firma „Hägglunds Vehicle" für den Einsatz in extremen Klimaregionen und schwerem Gelände. Und tatsächlich scheint es so, als ob es kein Wetter gibt, dass der Hägglund nicht überstehen kann und kein Gelände, dass ihn stoppen würde. Diese beeindruckenden und vielseitigen Fähigkeiten, die für global eingesetzte Armeen immer wichtiger werden, machten den BV 206 seit den frühen 80-iger Jahren zum Marktführer auf dem Gebiet der militärischen Geländetransportfahrzeuge. Aber auch Behörden und zivile Unternehmen setzen verstärkt auf den Hägglund. Inzwischen wurden weltweit über 11 000 Fahrzeuge verkauft. So hatte die Bundeswehr im letzten September zu den bereits bestellten 75 gepanzerten BV 206S der Sanitätsversion weitere 81 Fahrzeuge in der Transport- und Führungsversion für die Gebirgsjägertruppe bestellt. Aber auch damit ist ein Ende der Bestellungen noch nicht absehbar, denn die Beschaffung von weiteren 42 BV 206S wird angestrebt. Damit werden die Leistungen der knapp 170 BV 206D des Heeres honoriert, die seit 1984 an den Truppenteilen übergeben wurden. Mobil in jedem Klima Die militärische Forderung nach einem Fahrzeug, dass insbesondere in sehr kalten und schneereichen Regionen und schwierigen gebirgigem Gelände zuverlässig vielfältige Aufgaben wahrnehmen kann, bedarf einer ausgeklügelten und innovativen Konstruktion. Das Fahrzeug, oder vielmehr Gespann, setzt sich deshalb aus zwei etwa gleich langen und großen Wagen zusammen. Bei der ungepanzerten Version BV 206D besteht die Fahrzeughülle aus verstärktem Kunststoff. Im vorderen Antriebswagen wurde der Motor und Getriebe eingebaut. Der Dieselmotor von Daimler-Benz, mit einer Leistung von 100 kW, kann den Hägglund auf über 50 km/h beschleunigen und bietet genug Reserven für die Fahrt im Gebirge mit großen Steigwinkeln. Über die Verbindung zwischen beiden Wagen erfolgt die Kraftübertragung an das hintere Fahrzeugteil, denn es werden, wie bei einem Allradantrieb, alle Ketten angetrieben. Im Unterschied zu richtigen Kettenfahrzeugen bestehen die Laufbänder auf denen sich der BV 206 fortbewegt aber aus Gummi mit Stahlelementen. Der Grund dafür sind die extremen Witterungsbedingungen, bei denen sich spezieller Gummi als langlebiger erwiesen hat und auf rutschigen Oberflächen einen besseren Halt bietet. Die Laufbänder sind mit einer Auflagefläche von insgesamt 6 m² entsprechend groß ausgelegt, so dass die Gefahr des Wegsinkens im Tiefschnee stark vermindert wurde. Zusätzlich können an den Laufbändern, zur besseren Haftung auf glatten Flächen, auch Eisgreifern angesteckt werden.
Zudem haben sich die relativ kleinen Dimensionen des Gespanns gerade im Gebirge und in dichten Wäldern als sehr vorteilhaft erwiesen. Ein weiterer Vorteil dieses ungewöhnlichen Fahrzeuges ist seine Schwimmfähigkeit. Dabei nutzt er ausschließlich seine Laufbänder, die den Hägglund auf maximal 4, 5 km/h beschleunigen. Wegen seiner geringen Eigenmasse von 4,4 t ist der BV 206 auch problemlos mit einer C-160 verlegbar, weshalb sich beim Heer zuerst die Fallschirmjäger für den Hägglund begeistern konnten. Die ersten paar Fahrzeuge der Bundeswehr wurden deshalb mit einem Rüstsatz zum Fernmeldefahrzeug für die Luftlandetruppen ausgerüstet. Weitere Aufträge für BV 206D in der Ausführung als Geländetransportfahrzeuge folgten daraufhin. In dieser Version kann der Hägglund entweder 17 voll ausgerüstete Soldaten oder 2,3 t Material und Ausrüstung transportieren.
Des Weiteren gibt es auch die Möglichkeiten einen ebenfalls schwimmfähigen Anhänger, mit dem der Hägglund kaum an Geländegängigkeit einbüßt, anzuhängen. Wahlweise kann der BV 206 auch als Zugmittel für Artilleriegeschütze oder Feldküchen eingesetzt werden. Ende der 80-iger Jahre entwickelte Hägglund Vehicle auf der Basis des BV 206D ein Minenwurfsystem für die deutschen Fallschirmjäger. Es wurden allerdings nur zwei Prototypen gebaut bevor die Entwicklung nach der Wiedervereinigung abgebrochen wurde. Die gepanzerte S-Version
Trotz guter Erfahrungen, die man mit den ersten Versionen des Hägglund machen konnte, stoßen sich die Militärs vorwiegend an der leichten Verwundbarkeit des Fahrzeuges und der Besatzung. Die Soldaten waren in ihnen praktisch ungeschützt und nur durch eine Kunststoffwand von der Außenwelt getrennt, die keinerlei Schutz vor Splittern oder Minen bot. Daraufhin entwickelte Hägglund Vehicle die gepanzerte und leicht verbesserte Variante BV 206S. Mit ihr ist es jetzt auch möglich Soldaten unter Infanteriebeschuss sicher zu transportieren, denn die neue Panzerung schützt gegen 7,62-mm-Hartkernmunition und Granatsplitter.Dieses Schutzniveau stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber der D-Version dar, obwohl schwere Maschinengewehre dem Hägglund weiterhin gefährlich werden können. Die Stahlhülle und Panzerglasscheiben haben die mit ihrem zusätzlichen Gewicht allerdings die Leistungsreserven des Hägglund aufgebraucht, so dass ein neuer Dieselmotor mit 130 kW eingebaut werden musste. Darch diese Maßnahme bleiben die Nutzlast und die Geländegängigkeit gleich. Der Bundeswehr liefen ab Mitte 2003 die ersten 31 BV 206 S als Verwundetentransporter zu, denen ab 2005 weitere 75 Fahrzeuge folgen werden. Der Vorderwagen ist, abgesehen von der Panzerung, mit der Vorgängerversion identisch. Aber der Hinterwagen wurde entsprechend für den Transport von verwundeten Soldaten umgerüstet. Jetzt ist es dort möglich einen liegenden Verwundeten auf einer Seite und 3 sitzende Verwundete oder 2 liegende Soldaten auf der anderen Seite zu versorgen und zu transportieren. Mit der sanitätsspezifischen Ausstattung können die Sanitäter den verwundeten Kameraden Erste Hilfe leisten und sie für den Transport stabilisieren. Die 81 bestellten Fahrzeuge der Führungs- und Transportversion können im hinteren Wagen bis zu 7 voll ausgerüstete Gebirgsjäger transportieren. Um das begrenzte Raumangebot im Inneren auszugleichen wurden gleichzeitig einachsige Anhänger geordert, die auch auf Kufen gesetzt werden können und bis zu 900 kg Material und Ausrüstung ziehen. In die Hägglund der Führungsvariante werden im hinteren Wagen 3 Arbeitsplätze für das Führungsinformationssystem Heer (FüInfoSys H) integriert. Planungen sehen ein konsequenten Ausbau der Hägglund-Flotte mit weiteren gepanzerten und teilweise schwerer bewaffneten Versionen vor. Schwere Viking Der jüngste Spross der Hägglund-Familie wurde noch konsequenter als die gepanzerte S-Version zum überlebensfähigen Allrounder weiterentwickelt. Bei den Royal Marines (Marineinfanterie) Großbritanniens wird er als „Viking" (Wikinger) bezeichnet und ist seit einigen Jahrzehnten das erste gepanzerte Fahrzeug in dieser Truppe. Zu den Aufgaben der Marines gehören amphibische Landungen und weltweite Einsätze, wozu sich der BVS 10 wie kein zweites Fahrzeug eignet. Denn dieses agile und schwimmfähige Fahrzeug hat seine weltweite Einsatzfähigkeit seit Jahrzehnten unter Beweis gestellt.
Nur so war es möglich das zusätzliche Gewicht so auf den Boden zu verteilen, dass sich die Fahreigenschaften nur minimal verschlechterten. Zudem wurde ein neuer Antrieb notwendig, weil die Leistungsreserven des alten nicht ausreichten. Die Wahl fiel auf einen 5,9 l Turbodiesel mit einer Leistung von 183 kW (250 PS - 840 Nm bei 1,600 U/min) gekoppelt mit einem Allison MD 3560 Automatik-6-Gang Getriebe. Weitere Verbesserungen umfassen die Laufbänder, Laufrollen, Federung und das Chassis. Der BVS 10 konnte bei Tests eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h erreichen. Dank der vergrößerten Bodenfreiheit gegenüber seinen Vorgängern sind es auf Feldwegen 35 km/h und im offenen Terrain durchschnittlich 15 km/h. Die Panzerung schützt die 12 Soldaten im Fahrzeug vor Infanteriebeschuss und Granatsplittern. Neben dem Fahrer und dem Kommandanten findet somit eine komplette Infanteriegruppe von 10 Mann im Fahrzeug platz. Zur besseren Führungsfähigkeit wird jeder BVS 10 mit dem digitalen Kommunikationssystem Bowman ausgerüstet. Neben der Transportvariante gibt es auch eine Führungs-, Berge- und Sanitätsversion. Sie alle können ein leichtes oder schweres Maschinengewehr auf dem Drehkranz des vorderen Wagens tragen. Wegen des nützlichen modularen Aufbaus können auf dem Fahrwerk des hinteren Wagens die verschiedensten Aufbauten gesetzt werden. Überlegungen reichen von Mörser bis zu Milan Panzerabwehrraketen. Versionen: BV 206 Arthur: norwegische Version mit Artillerieaufklärungsradar BV 206 Ambulance: französischer Sanitätsversion mit vergrößertem Hinterwagen BV 206 Bronco: Lizenzversion, produziert von Singapore Technologies BV 206 Dozer: Variante mit Räumschild BV 206 Drops: französische Transportversion mit Tiefladeanhänger als hinterer Wagen BV 206D: Grundversion zum Personentransport mit Sitzbänken BV 206ESP: BV 206S der spanischen Armee BV 206H: kanadische Version mit abnehmbaren Hard-top BV 206S: gepanzerte Weiterentwicklung des BV 206D M973: amerikanische Transportversion auf Basis des BV 206D M1065: Führungsversion der US Armee auf Basis des BV 206D M1066: Sanitätsversion der US Armee auf Basis des BV 206D M1067: Mit Tiefladeanhänger der US Armee auf Basis des BV 206D BVS 10: vergrößerte Version für die Marineinfanterie Großbritanniens und der Technische Daten:
Von: Dan Löffler (http://www.danmil.de) ____________________________________________________________ Copyright Dan Löffler 2007 - Impressum |
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